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Geschichte > Zwischen Stockholm und Rio > Brandt-Report 1980 |
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Das Überleben sichern - Der Brandt-Report 1980Die vom Präsidenten der Weltbank, Robert S. McNamara, angeregte 'Unabhängige Kommission für Internationale Entwicklungsfragen', nahm im September 1977 ihre Arbeit auf. Auf seine Initiative übernahm Willy Brandt den Vorsitz dieser Kommission. Der Kommission gehören Vertreter aus insgesamt 20 Staaten - die Hälfte davon Entwicklungsländer - an. Zu den Teilnehmern zählen namhafte Persönlichkeiten wie der ehemalige britische Premier Edward Heath und der ehemalige Ministerpräsident Schwedens, Olof Palme. Ihre Hauptaufgabe sah sie darin, "die ernsten Probleme von globalen Ausmaßen zu untersuchen, wie sie sich aus den wirtschaftlichen Am 12. Februar 1980 reicht die Kommission offiziell bei den Vereinten Nationen in New York den "Nord-Süd-Bericht" ein (vollständiger deutscher Titel: "Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer"). Der viel diskutierte Report gilt mit seinen zukunftsweisenden Strategien und Konzepten bis heute als Meilenstein der Entwicklungspolitik. Mit diesem Bericht leitete die Nord-Süd-Kommission eine Wende in der Entwicklungspolitik ein: "Entwicklung ist mehr als der Übergang von arm zu reich, von einer traditionellen Agrarwirtschaft zu einer komplexen Stadtgemeinschaft. Sie trägt in sich nicht nur die Idee des materiellen Wohlstands, sondern auch die von mehr menschlicher Würde, mehr Sicherheit, Gerechtigkeit und Gleichheit." Die Nord-Süd-Kommission zieht eine Bilanz der Entwicklungspolitik und verlangt, die unterprivilegierten Länder des Südens in die Weltwirtschaft zu integrieren. Sie verspricht sich davon die notwendige Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation in den benachteiligten Ländern. Die Empfehlungen des Berichts nehmen Industrie- und Entwicklungsländer unter dem Aspekt des gegenseitigen Nutzens gleichermaßen in die Pflicht. Mit Aktionsprogrammen, Projekten und Reformen will man dem Ernährungsproblem, dem Bevölkerungswachstum, der wachsenden Umweltproblematik und der Ressourcenknappheit entgegenwirken. Das Sofortprogramm umfasst z.B.
Mit einer weitgehenden Handelsliberalisierung, einem Abbau des Protektionismus und diversen Agrar- und Strukturanpassungsprogrammen sollen die Entwicklungsländer in die Lage versetzt werden, ihre Ernährungssicherung zu verbessern und die Exportkapazität zu erhöhen. Trotz des internationalen Beifalls für die visionären Vorschläge der Nord-Süd-Kommission bleibt der Brandt-Bericht bis heute fast gänzlich unverwirklicht. Vor allem die Industriestaaten führten die Vorschläge stets im Munde, ohne je danach zu handeln. Die Lage vieler Entwicklungsländer ist deshalb heute schlechter als 1980. Willy Brandt schreibt in seinem Vorwort: "Unser Bericht gründet sich auf das wohl einfachste gemeinsame Interesse: Dass die Menschheit überleben will und - wie man hinzufügen könnte - auch die moralische Pflicht zum Überleben hat. Dies wirft nicht nur die klassischen Fragen nach Krieg und Frieden auf, sondern schließt auch ein, wie man den Hunger in der Welt besiegt, wie man das Massenelend überwindet und die herausfordernden Ungleichheiten in den Lebensbedingungen zwischen Reichen und Armen. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Dieser Bericht handelt vom Frieden." Weitere Links zum Brandt-Report:
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