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Die Rio-Konferenz von 1992 (Erdgipfel 1992)

Der Bericht der Brundtland-Kommission hatte auf einen dringenden Handlungsbedarf der internationalen Völkergemeinschaft hingewiesen. Doch die in diesem Bericht erhobenen Forderungen und Vorschläge mussten auch in international verbindliche Verträge und Konventionen umgesetzt werden, um wirksam zu werden. Als Instrument wählte die UNO hierfür die Form einer Konferenz, die genau 20 Jahre nach der 1. weltweiten Umweltkonferenz stattfinden sollte.

Die UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED = UN Conference on Environment and Development) wurde über mehrere Jahre vorbereitet, u.a. durch ein eigens dafür gegründetes Sekretariat in London, durch Berichte aus über 120 Ländern und durch Expertenarbeitsgruppen aus verschiedenen UN-Gremien wie der UN-Wirtschaftskommission UNCTAD, den UN-Entwicklungsprogramm UNDP und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO sowie der Weltorganisation für Meteorologie WMO. An der Konferenz in Rio de Janeiro vom 3.-14.6.1992 nahmen rund 10.000 Delegierte aus 178 Staaten teil.

Bis zur Rio-Konferenz und der Verabschiedung wichtiger Dokumente war es ein langer Weg, auf dem zwischen den beteiligten Regierungen teilweise heftig gerungen wurde. Am Ende der Konferenz sollten schließlich Ergebnisse stehen, die das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung von Empfehlungen einer unabhängigen Kommission zu politisch und rechtlich verbindlichen Handlungsvorgaben weiterentwickeln sollten. Nicht nur umweltpolitische Probleme waren Gegenstand der Konferenz; vielmehr sollten auch die drängenden globalen Entwicklungsprobleme im umweltpolitischen Zusammenhang behandelt werden. Ziel war es, die Weichen für eine weltweite nachhaltige Entwicklung zu stellen. Dabei war insbesondere die Abhängigkeit des Menschen von seiner Umwelt und die Rückkopplung weltweiter Umweltveränderungen auf sein Verhalten bzw. seine Handlungsmöglichkeiten zu berücksichtigen.

Schlussendlich kamen in Rio fünf „Dokumente“ zustande, die vor dem Hintergrund der Vielzahl der Interessengegensätze (z.B. beim Thema Wald oder Klimaschutz) von vielen Seiten als ein erfolgreicher Schritt für eine globale Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft gesehen werden:

Darüber hinaus wurde auf der Rio-Konferenz empfohlen, dass die UN-Vollversammlung ein Regierungsübergreifendes Verhandlungskomitee (INCD = Intergovernmental Negotiating Committee) ins Leben rufen sollte, dessen Aufgabe die Vorbereitung einer Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den Ländern, die schwer unter Dürre und/oder Wüstenbildung litten, insbesondere in Afrika, bestehen sollte. Dieses Komitee, 1993 gegründet, beschloss nach fünf vorbereitenden Sitzungen am 17. Juni 1994 in Paris die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD = U.N. Convention to Combat Desertification).

Links zu diesen und anderen Dokumenten von UN-Konferenzen finden Sie hier.

Die Kurzeinschätzung der UN zur Rio-Konferenz 1992:

"United Nations Conference on Environment and Development (Earth Summit, June 1992, Rio de Janeiro):

Gathered 108 heads of State, who adopted Agenda 21, a global blueprint for sustainable development that has become the basis for many national plans. Over 1,800 cities and towns worldwide have since created their own "local Agenda 21".

Motivated some 150 countries to set up national advisory councils to promote dialogue between government officials, businesspeople, environmentalists and others on sustainable development policies.

Led to four new international treaties, on climate change, biological diversity, desertification and high-seas fishing.

Set up the UN Commission on Sustainable Development to monitor the implementation of the Rio agreements and serve as a continuing forum for negotiating global environment and development policy.

In June 1997, a special session of the UN General Assembly to assess implementation of Agenda 21 found that, despite progress in many areas, the global environment continues to deteriorate. Government leaders, including over 50 heads of State, agreed to further action -- notably on fresh water, energy and transport -- but few concrete commitments were made.)"

Die Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO) haben auf dieser Konferenz eine Reihe von alternativen Vertragsentwürfen beschlossen, die hier ebenfalls dokumentiert werden.

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